Klimaanlage: die richtige Größe berechnen
Die passende Kühlleistung entscheidet über Komfort und Stromkosten. Rechnen Sie in unter einer Minute aus, wie viel kW und BTU Ihr Raum braucht, und welche Geräteklasse dazu passt. Unabhängig, ohne Verkaufsdruck. Was die passende Anlage dann mit Montage kostet, rechnen wir separat durch. Den ganzen Ablauf von der Größe bis zum Angebot finden Sie unter Kaufberatung im Überblick.
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Passende Geräteklasse: 2,5 kW (9.000 BTU)
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Vereinfachte Orientierung nach anerkannten Faustwerten: Grundlast je m² nach Ausrichtung (Nord 60, Ost/West 80, Süd 100 W/m²), Faktoren für Deckenhöhe und Dämmung, plus 100 W je Person und 300 W bei viel Technik oder Sonne. Empfohlen wird die nächstgrößere gängige Geräteklasse. Das ersetzt keine raumweise Kühllastberechnung durch den Fachbetrieb.
Was passiert bei zu kleiner oder zu großer Anlage?
Die Dimensionierung ist der häufigste und teuerste Fehler beim Kauf. Beide Richtungen haben ihren Preis.
Zu klein bedeutet Dauerlauf am Limit. Das Gerät läuft ständig auf voller Leistung, verbraucht viel Strom und schafft es an Hitzetagen trotzdem nicht, den Raum herunterzukühlen. Der Komfort bleibt aus, die Rechnung steigt.
Zu groß klingt sicher, ist es aber nicht. Eine überdimensionierte Anlage kühlt den Raum zu schnell, schaltet ab und wieder ein und taktet dauernd. Das erhöht den Verschleiß, entfeuchtet schlechter und kostet ebenfalls mehr Strom als nötig. Zusätzlich bezahlen Sie in der Anschaffung Leistung, die Sie gar nicht brauchen.
Deshalb steht die Berechnung immer vor der Produktauswahl. Erst die Kühllast, dann das Gerät.
Die Kühllast Schritt für Schritt
Der Rechner oben nimmt Ihnen die Arbeit ab. Wer verstehen will, was dahintersteckt, findet hier die Logik.
Grundlage ist eine Grundlast je Quadratmeter, die von der Fensterausrichtung abhängt. Nach Süden fällt mehr Sonnenlast an als nach Norden:
| Fensterausrichtung | Grundlast je m² |
|---|---|
| Nord | ca. 60 W |
| Ost oder West | ca. 80 W |
| Süd | ca. 100 W |
Diese Grundlast wird mit der Raumfläche multipliziert und über zwei Faktoren angepasst: für die Deckenhöhe (bis 2,5 m mal 1,0; 2,5 bis 3,0 m mal 1,12; über 3,0 m mal 1,25) und für die Dämmung (gut gedämmt mal 0,9; durchschnittlich mal 1,0; Dachgeschoss oder wenig gedämmt mal 1,2). Dazu kommen rund 100 W je Person, die sich regelmäßig im Raum aufhält, und 300 W, wenn viel Technik läuft oder starke Sonne einfällt.
Aus der Summe ergibt sich die benötigte Leistung in Kilowatt. Umgerechnet in die im Handel übliche Einheit BTU je Stunde entspricht 1 kW rund 3.412 BTU. Empfohlen wird immer die nächstgrößere gängige Geräteklasse, damit die Anlage nicht am Limit läuft. Die vollständige Herleitung mit allen Annahmen steht in der Methodik.
kW, BTU und die passende Geräteklasse
Hersteller geben die Leistung mal in kW, mal in BTU an. Beides meint dasselbe, nur in anderer Einheit.
| Kühlleistung | BTU/h | Grobe Raumgröße |
|---|---|---|
| 2,0 kW | 7.000 | kleiner Raum bis ~18 m² |
| 2,5 kW | 9.000 | ~18 bis 25 m² |
| 3,5 kW | 12.000 | ~25 bis 35 m² |
| 5,0 kW | 18.000 | ~35 bis 50 m² oder offener Bereich |
| 7,0 kW | 24.000 | großer, offener Raum |
| über 7 kW | Multisplit | mehrere Räume mit einer Anlage |
Häufige Fehler bei der Dimensionierung
Wer nur nach der Raumfläche geht, rechnet oft daneben. Ein Südzimmer im Dachgeschoss braucht deutlich mehr Leistung als ein gleich großer Nordraum im gedämmten Neubau. Ausrichtung und Dämmung gehören zwingend in die Rechnung.
Ein zweiter Klassiker ist der Griff zur größten verfügbaren Anlage aus dem Gefühl heraus, sicher gehen zu wollen. Das führt zum Takten und höheren Kosten. Die nächstgrößere passende Klasse reicht, nicht die übernächste.
Wer mehrere Räume kühlen will, ist mit einzelnen Geräten pro Raum oft schlechter beraten als mit einer Multisplit-Anlage, bei der eine Außeneinheit mehrere Innengeräte versorgt. Das ist leiser an der Fassade und meist effizienter, gehört aber ebenfalls in die Auslegung durch den Fachbetrieb.
Und schließlich: Die Rechnung hier ist eine Orientierung. Für die verbindliche Auslegung zählt der genaue Zustand des Raums vor Ort. Nutzen Sie das Ergebnis, um vorbereitet ins Gespräch mit dem Fachbetrieb zu gehen, nicht als endgültige Bestellgröße.
Zur Größe kurz beantwortet
Wie viel kW brauche ich pro Quadratmeter?
Eine pauschale Zahl je m² greift zu kurz, weil Ausrichtung, Deckenhöhe, Dämmung und Nutzung stark hineinspielen. Als grobe Hausnummer liegt die Grundlast je nach Ausrichtung zwischen 60 und 100 W je m², bevor die Faktoren dazukommen. Der Rechner oben verbindet alles zu einem Wert.
Wie rechne ich BTU in kW um?
1 kW entspricht rund 3.412 BTU je Stunde. Ein Gerät mit 9.000 BTU leistet also etwa 2,6 kW, eines mit 12.000 BTU rund 3,5 kW. Im Handel werden beide Einheiten genutzt, gemeint ist dieselbe Leistung.
Welche Größe passt für 20 m² oder ein Schlafzimmer?
Für einen durchschnittlich gedämmten Raum um 20 m² liegt die passende Klasse häufig bei 2,5 kW, also rund 9.000 BTU. Bei Südlage, Dachgeschoss oder vielen Wärmequellen kann es eine Klasse mehr werden. Rechnen Sie Ihren konkreten Raum oben durch, das ist genauer als jede Faustzahl.
Was passiert bei einer zu großen Anlage?
Eine überdimensionierte Anlage kühlt zu schnell, schaltet ab und wieder ein und taktet dauernd. Das erhöht Verschleiß und Stromverbrauch und entfeuchtet schlechter. Größer ist hier nicht besser, die passende Klasse ist das Ziel.
Brauche ich Single- oder Multisplit?
Für einen einzelnen Raum genügt ein Single-Split mit einer Innen- und einer Außeneinheit. Wer mehrere Räume kühlen will, fährt mit einem Multisplit oft besser, bei dem eine Außeneinheit mehrere Innengeräte versorgt. Die genaue Auslegung übernimmt der Fachbetrieb.