
Die kurze Antwort: Eine Single-Split-Anlage für einen Raum kostet einbaufertig rund 1.600 bis 5.100 Euro. Beide Enden sind selten, die meisten Angebote liegen zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Der Strom schlägt bei üblicher Nutzung mit etwa 65 bis 110 Euro pro Sommer zu Buche. Die größte Einzelposition ist nicht das Gerät, sondern häufig die Montage.
Bei den Kosten einer Klimaanlage werden zwei Dinge gern vermischt: der Preis des Geräts und der Preis der fertigen Anlage an Ihrer Wand. Zwischen beiden liegen schnell mehr als tausend Euro. Wir gehen die Posten einzeln durch, damit Sie ein Angebot einordnen können. Wenn Sie noch nicht wissen, welche Leistungsklasse überhaupt infrage kommt, berechnen Sie zuerst die passende Größe.
1. Das Gerät
Für ein Single-Split-Gerät mit 2,5 bis 3,5 kW Kühlleistung, also der typischen Größe für einen Wohn- oder Schlafraum, liegen die Gerätepreise grob zwischen 700 und 2.500 Euro. Die Spanne erklärt sich vor allem über drei Punkte:
- Effizienz. Der SEER-Wert beschreibt die Kühleffizienz über die Saison. Ein höherer Wert kostet in der Anschaffung mehr und senkt die Stromrechnung.
- Geräuschentwicklung. Im Schlafzimmer ist der Innengeräte-Schalldruck ein hartes Kriterium. Leise Geräte sind teurer.
- Heizfunktion. Geräte, die auch heizen sollen, brauchen einen brauchbaren SCOP-Wert und eine ausreichende Leistung bei niedrigen Außentemperaturen.
Welche Leistungsklasse bei Ihnen überhaupt sinnvoll ist, sollten Sie vor dem Preisvergleich klären. Ein zu großes Gerät taktet, kühlt ungleichmäßig und kostet mehr in Anschaffung und Betrieb. Die passende Größe berechnen Sie hier.
2. Die Montage
Die Montage durch einen Fachbetrieb liegt meist bei 800 bis 2.000 Euro. Das wirkt hoch, umfasst aber deutlich mehr als das Aufhängen zweier Geräte: Wanddurchbruch, Verlegen und Bördeln der Kältemittelleitungen, Vakuumieren der Anlage, Befüllen, Dichtheitsprüfung, Inbetriebnahme und Protokoll.
Diesen Schritt können Sie nicht einsparen. Fest installierte Splitgeräte enthalten fluorierte Kältemittel und dürfen nach der F-Gase-Verordnung nur von zertifizierten Betrieben befüllt und in Betrieb genommen werden. Sogenannte Quick-Connect-Sets mit vorbefüllten Leitungen verschieben die Grenze etwas, ersetzen aber weder die fachgerechte Installation noch die Prüfpflichten. Was die F-Gase-Verordnung sonst noch für Privatkäufer bedeutet, haben wir separat eingeordnet.
Was den Preis nach oben treibt: lange Leitungswege, Durchbrüche durch dicke oder gedämmte Wände, Außengeräte am Balkon oder in Höhe, sowie zusätzliche Elektroarbeiten.
Ein Teil dieser Montagekosten lässt sich unter Umständen über die Steuer zurückholen – begünstigt ist der Lohnanteil, nicht das Gerät. Voraussetzung ist eine Rechnung, die beides trennt: Klimaanlage von der Steuer absetzen.
3. Zubehör und Nebenkosten
Zwischen 100 und 600 Euro kommen häufig noch dazu. Typisch sind Kondensatpumpe, Wanddurchführung samt Abdichtung, Konsole oder Wandhalter für das Außengerät, Schwingungsdämpfer und gelegentlich eine eigene abgesicherte Zuleitung.
4. Die laufenden Stromkosten
Hier wird oft überschätzt. Ein Splitgerät mit 2,5 kW Kühlleistung zieht elektrisch grob 0,6 bis 1,0 kW, weil es Wärme transportiert statt sie zu erzeugen. Bei 0,37 Euro je Kilowattstunde, dem Haushaltsdurchschnitt nach der BDEW-Strompreisanalyse mit Stand August 2026, landen Sie bei etwa 0,22 bis 0,37 Euro pro Betriebsstunde.
Rechnen Sie mit 300 Betriebsstunden über einen heißen Sommer, ergibt das rund 65 bis 110 Euro. Wer nur nachts das Schlafzimmer kühlt, liegt deutlich darunter. Wer tagsüber eine schlecht verschattete Südwohnung herunterkühlt, deutlich darüber.
5. Wartung und Lebensdauer
Für Filterreinigung, Sichtprüfung und gelegentliche Wartung sollten Sie grob 100 bis 200 Euro im Jahr einplanen, wenn Sie das nicht selbst übernehmen. Eine Dichtheitsprüfungspflicht greift bei den üblichen Anlagen im Privathaushalt wegen der geringen Füllmenge in der Regel nicht, ein Blick auf das Datenblatt schadet aber nicht.
Die Summe im Überblick
Die drei Posten zusammengerechnet ergeben 1.600 bis 5.100 Euro. Diese Spanne ist bewusst breit, weil sie beide Extreme einschließt: das günstigste Gerät mit einfachster Montage gegen das Premiumgerät mit aufwendiger Installation. Beides gleichzeitig ist selten. Für einen normalen Wohnraum mit üblichem Montageaufwand landen die meisten Angebote zwischen 2.500 und 3.500 Euro.
Was das für Ihre Entscheidung heißt
Wenn Sie ein Angebot vergleichen, achten Sie weniger auf den Gerätepreis als auf die Vollständigkeit: Sind Durchbruch, Leitungslänge, Elektroanschluss und Inbetriebnahme enthalten? Genau dort entstehen die Nachträge. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie sich die Leistungsauslegung begründen.
Quellen
- BDEW-Strompreisanalyse, Stand August 2026: 37,0 Cent je Kilowattstunde im Haushaltsdurchschnitt. Abgerufen am 15. September 2026.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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