
Die kurze Antwort: Vier Angaben genügen: Kühlleistung, SEER, Betriebsstunden und Strompreis. Wir rechnen mit dem SEER, weil er den Teillastbetrieb über die Saison abbildet und damit realistischer ist als die maximale Leistungsaufnahme vom Typenschild.
Diese Rechnung beantwortet die Frage, die nach jedem Kostenvergleich kommt: Was kostet der Betrieb im Jahr? Sie brauchen dafür vier Angaben, die alle im Datenblatt oder auf Ihrer Stromrechnung stehen.
Was der Rechner leistet: Er liefert einen Orientierungswert auf Basis vereinfachter Annahmen zu Laufzeit, Leistung und Effizienz. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt vom Gebäude, vom Wetter und von Ihrem Nutzungsverhalten ab. Das Ergebnis ersetzt keine Abrechnung und keine verbindliche Zusage.
Woher Sie die Werte nehmen
- Kühlleistung in kW: steht im Datenblatt und auf dem Typenschild. Nicht zu verwechseln mit der Leistungsaufnahme, siehe Datenblatt lesen.
- SEER: die jahreszeitbedingte Effizienz im Kühlbetrieb. Bei aktuellen Split-Wandgeräten meist zwischen 6 und 8, siehe SEER und SCOP verstehen.
- Stunden und Tage: schätzen Sie ehrlich. An wie vielen Tagen läuft die Anlage wirklich, und wie lange? Die meisten überschätzen das deutlich.
- Strompreis: der Arbeitspreis je Kilowattstunde von Ihrer letzten Abrechnung.
Der Rechenweg, offengelegt
Wir teilen die Kühlleistung durch den SEER. Das ergibt die mittlere Leistungsaufnahme über die Saison, also nicht die maximale. Diese Zahl multiplizieren wir mit den Betriebsstunden und dem Strompreis.
Ein Beispiel: 2,5 kW Kühlleistung geteilt durch einen SEER von 6,5 ergibt rund 0,38 kW mittlere Aufnahme. Bei 35 Cent je Kilowattstunde kostet eine Betriebsstunde damit etwa 13 Cent, ein Tag mit sechs Stunden rund 81 Cent und eine Saison mit 60 solchen Tagen etwa 48 Euro.
Das Rechenbeispiel arbeitet mit 35 Cent je Kilowattstunde. Der Haushaltsdurchschnitt lag laut BDEW-Strompreisanalyse im August 2026 bei 37,0 Cent. Maßgeblich ist ohnehin der Arbeitspreis auf Ihrer eigenen Rechnung, tragen Sie ihn oben ein.
Warum das eine realistische und keine konservative Zahl ist
Der SEER bildet den Teillastbetrieb über die Saison ab. Ein Inverter-Gerät läuft die meiste Zeit weit unterhalb seiner Maximalleistung, und genau das steckt in diesem Wert.
Wer stattdessen mit der maximalen Leistungsaufnahme vom Typenschild rechnet, kommt auf einen deutlich höheren Betrag. Das ist die konservative Obergrenze für den Fall, dass die Anlage dauerhaft unter Volllast läuft. Beide Wege sind zulässig, man sollte nur wissen, welchen man nutzt, siehe Stromverbrauch berechnen.
Was die Rechnung nicht abbildet
- Ihre Wohnung. Der SEER stammt aus genormten Prüfbedingungen, nicht aus Ihrem Dachgeschoss mit Südfenstern.
- Fehlbedienung. Ein gekipptes Fenster kann den Verbrauch verdoppeln, siehe Richtig einstellen.
- Falsche Auslegung. Ein zu großes Gerät taktet und verliert dabei einen Teil des Effizienzvorteils.
- Den Heizbetrieb. Dafür brauchen Sie den SCOP und die Heizstunden, nicht den SEER.
- Verschmutzte Filter, die die Leistung senken und den Verbrauch erhöhen.
Was den Betrag am stärksten senkt
Nicht das Gerät, sondern die Betriebsstunden und die Zieltemperatur. Wer außen verschattet, nachts lüftet und bei 26 statt 22 Grad arbeitet, reduziert beide Größen gleichzeitig. Die Reihenfolge steht unter Alternativen zur Klimaanlage.
Und bevor Sie die Geräteklasse festlegen: Welche Kühlleistung Ihr Raum überhaupt braucht, ermittelt der Kühllast-Rechner. Eine zu große Klasse kostet doppelt, in der Anschaffung und im Betrieb.
Quellen
- BDEW-Strompreisanalyse, Stand August 2026: 37,0 Cent je Kilowattstunde im Haushaltsdurchschnitt. Abgerufen am 8. September 2026.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
Weiterlesen
- Kaufberatung im Überblick: die Entscheidung Schritt für Schritt
- Stromverbrauch berechnen: die Rechnung im Detail
- SEER und SCOP: was die Werte bedeuten
- Größe berechnen: welche Leistung Ihr Raum braucht
- Kosten mit Montage: Anschaffung und Betrieb zusammen