
Die kurze Antwort: Bei fest installierten Splitanlagen raten wir ab. Wurde beim Abbau das Kältemittel nicht fachgerecht abgesaugt, gelangen Luft und Feuchtigkeit in den Kreislauf und zerstören den Verdichter über Jahre. Ansehen kann man das dem Gerät nicht. Bei mobilen Geräten ist Gebrauchtkauf dagegen unproblematisch.
Wichtig vorab: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Wir sind keine Rechtsanwaltskanzlei und dürfen keine Rechtsberatung leisten. Für Ihren Fall verbindlich ist eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt.
Auf Kleinanzeigenportalen stehen regelmäßig Splitanlagen für ein Drittel des Neupreises, oft mit dem Hinweis, sie seien kaum gelaufen. Bei vielen Geräten wäre das ein gutes Geschäft. Bei Klimaanlagen ist es fast immer keines, und die Gründe sind technischer Natur.
Das Problem beginnt bei der Demontage
Eine fest installierte Splitanlage lässt sich nicht einfach abschrauben. Vor dem Abbau muss das Kältemittel fachgerecht ins Außengerät zurückgeführt oder abgesaugt werden. Wird die Anlage stattdessen einfach getrennt, entweicht das Kältemittel, und in den Kreislauf gelangen Luft und Feuchtigkeit.
Genau diese Feuchtigkeit ist es, die später mit dem Verdichteröl Säuren bildet und den Verdichter über Jahre zerstört. Das steht ausführlich unter Wie lange hält eine Klimaanlage.
Ob eine gebrauchte Anlage sachgerecht abgebaut wurde, sehen Sie ihr nicht an. Sie erfahren es zwei bis fünf Jahre später.
Die Kosten, die dazukommen
Der Gerätepreis ist bei einer Splitanlage nur ein Teil der Rechnung. Auch ein gebrauchtes Gerät muss von einem zertifizierten Betrieb montiert, vakuumiert, befüllt und in Betrieb genommen werden. Diese Kosten fallen unabhängig davon an, ob das Gerät neu oder gebraucht ist.
Dazu kommen fast immer neue Kältemittelleitungen, weil die alten in Länge und Verlegeweg nicht passen, und die Kältemittelfüllung. Was insgesamt zusammenkommt, steht unter Kosten mit Montage.
Am Ende sparen Sie einen Teil des Gerätepreises und tragen alle übrigen Kosten voll. Der Abstand zum Neugerät schrumpft dadurch erheblich.
Wer die Verantwortung übernimmt
Hier wird es praktisch schwierig. Viele Fachbetriebe montieren fremdbeschaffte Geräte nicht oder nur ohne Gewährleistung auf die Anlage, weil sie für ein Gerät einstehen sollen, dessen Vorgeschichte sie nicht kennen.
Klären Sie das vor dem Kauf, nicht danach. Ein gebrauchtes Gerät im Keller, für das sich kein Betrieb findet, ist wertlos.
Garantie und Gewährleistung
Beim Kauf von privat gibt es in der Regel keine Gewährleistung, ein Ausschluss ist zulässig. Herstellergarantien sind häufig an die Erstinstallation und an einen Nachweis der fachgerechten Inbetriebnahme gebunden und lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen.
Prüfen Sie zusätzlich die Versicherungsseite, siehe Klimaanlage und Versicherung. Auch dort spielt die fachgerechte Errichtung eine Rolle.
Das Kältemittel als zweites Risiko
Ältere Geräte enthalten oft R410A mit einem Treibhauspotenzial von rund 2.088. Das ist nicht verboten im Betrieb, aber die verfügbaren Mengen werden knapper, und im Servicefall kann das unangenehm werden. Mehr dazu unter R32 oder R290.
Dazu kommt die Effizienz: Ein zehn Jahre altes Gerät liegt bei den Saisonwerten deutlich unter aktuellen Modellen. Was Sie beim Kauf sparen, zahlen Sie über die Jahre beim Strom nach.
Wann es doch in Frage kommt
Es gibt zwei Fälle, in denen wir nicht abraten würden. Der erste ist ein Gerät aus einem Vorführ- oder Ausstellungsbestand, das nie fest installiert war und daher nie unsachgemäß demontiert wurde. Der zweite ist ein Angebot vom Fachbetrieb selbst, der die Anlage ausgebaut hat, ihren Zustand kennt und die Inbetriebnahme mit Gewährleistung übernimmt.
In beiden Fällen sollten Sie sich die Vorgeschichte und die Absaugung schriftlich bestätigen lassen.
Die ehrliche Empfehlung
Für ein mobiles Monoblockgerät ist der Gebrauchtkauf unproblematisch, weil es keinen offenen Kältekreis gibt und Sie das Gerät vor Ort ausprobieren können. Für eine fest installierte Splitanlage raten wir davon ab. Die Ersparnis ist kleiner als sie aussieht, und das Risiko trägt vollständig der Käufer.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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- Kaufberatung im Überblick: die Entscheidung Schritt für Schritt
- Lebensdauer: warum Feuchtigkeit im Kreislauf so schädlich ist
- Kosten mit Montage: welche Posten unabhängig vom Gerät anfallen
- R32 oder R290: warum alte Kältemittel ein Risiko sind
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