
Die kurze Antwort: Die Küche hat die höchste innere Wärmelast im Haus. Eine eigene Anlage lohnt sich für eine abgeschlossene Küche selten, in der offenen Wohnküche gehört die Fläche aber zwingend in die Rechnung. Achtung bei der Abluft-Dunstabzugshaube, sie zieht warme Luft von außen nach.
Die Küche wird bei Klimaplanungen meist übersprungen, weil man dort selten stundenlang sitzt. Wer allerdings im Sommer schon einmal bei 30 Grad Außentemperatur den Backofen angeworfen hat, kennt den Grund, warum sie trotzdem einen eigenen Blick verdient.
Die Küche hat die höchste innere Wärmelast im Haus
In keinem anderen Raum arbeiten so viele Wärmequellen gleichzeitig. Ein Backofen gibt beim Betrieb erheblich Wärme ab, dazu Kochfeld, Kühlschrank, Geschirrspüler in der Trocknungsphase und oft ein Kühl-Gefrier-Kombigerät, das rund um die Uhr läuft.
In unserem Kühllast-Rechner sind Wärmequellen eine eigene Position, und in der Küche sollten Sie diese ehrlich ansetzen statt sie zu übergehen.
Warum die Dunstabzugshaube alles verändert
Hier liegt der Punkt, der meist übersehen wird. Eine Abluft-Dunstabzugshaube befördert große Luftmengen nach draußen. Diese Luft muss nachströmen, und sie kommt von außen, im Sommer also warm.
Wenn Sie gleichzeitig kühlen und eine Abluftbaube auf hoher Stufe laufen lassen, arbeitet die Klimaanlage gegen einen ständigen Warmluftstrom. Das ist derselbe Effekt wie beim gekippten Fenster, nur stärker.
Eine Umlufthaube mit Aktivkohlefilter hat dieses Problem nicht, filtert dafür aber nur Gerüche und führt die Wärme nicht ab. Beides hat also Nachteile, und man sollte sich bewusst entscheiden.
Was in offenen Wohnküchen gilt
In den meisten neueren Wohnungen ist die Küche Teil des Wohnbereichs. Dann rechnen Sie ohnehin die gesamte zusammenhängende Fläche, siehe Klimaanlage im Wohnzimmer.
Praktisch heißt das: Das Innengerät gehört nicht in den Kochbereich, sondern in den Wohnteil. Fettdämpfe setzen Filter und Lamellen deutlich schneller zu, und das Gerät müsste dann häufiger gereinigt werden.
Wenn die Küche ein eigener Raum ist
- Innengerät weit weg vom Kochfeld, damit möglichst wenig Fett angesaugt wird
- Nicht direkt gegenüber der Dunstabzugshaube, das stört deren Erfassung
- Filter häufiger reinigen als in anderen Räumen, siehe Warten und reinigen
- Kühlleistung eher an der oberen Kante der berechneten Klasse, wegen der Gerätewärme
Was oft mehr bringt als eine Anlage
In der Küche gibt es Maßnahmen, die es in anderen Räumen so nicht gibt. Im Sommer den Backofen meiden und auf Herdplatte, Grill oder kalte Küche ausweichen, spart die größte Einzelquelle. Die Gefrierkombination nicht direkt neben den Herd stellen, weil sie dort mehr arbeiten muss. Und den Geschirrspüler nachts laufen lassen statt am heißen Nachmittag.
Dazu kommt wie überall die Verschattung. Was sonst hilft, steht unter Alternativen zur Klimaanlage.
Unsere Einschätzung
Eine eigene Klimaanlage nur für eine abgeschlossene Küche lohnt sich selten, weil die Aufenthaltszeit meist kurz ist und die Wärmelast hauptsächlich beim Kochen entsteht. In der offenen Wohnküche dagegen führt kein Weg daran vorbei, sie in die Rechnung einzubeziehen, weil sie zum selben Luftvolumen gehört.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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