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Grundlagen

Taupunkt und Luftfeuchte

Stand: 16. September 2026Klima-Insider RedaktionLesezeit rund 4 Minuten

Kondenswasser an einer Fensterscheibe
Am Taupunkt fällt Wasser aus der Luft aus – an der kältesten Fläche im Raum zuerst.

Die kurze Antwort: Warme Luft trägt mehr Wasser als kalte. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der sie voll ist, darunter fällt Wasser aus. Dieser eine Zusammenhang erklärt Kondensat im Gerät, muffigen Geruch, den feuchten Sommerkeller und warum Entfeuchten gegen Schwüle hilft.

Warum tropft ein kaltes Glas im Sommer? Warum entsteht Wasser im Innengerät, aber im Winter am Außengerät? Und warum wird der Keller feuchter, wenn man lüftet? Alle drei Fragen haben dieselbe Antwort, und wer sie versteht, versteht die halbe Klimatechnik.

Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen

Luft enthält immer Wasserdampf, aber nicht beliebig viel. Wie viel maximal möglich ist, hängt an der Temperatur: Je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie tragen.

Die relative Luftfeuchte, angegeben in Prozent, sagt nicht, wie viel Wasser in der Luft ist, sondern wie voll sie im Verhältnis zum Maximum ist. Dieselbe Wassermenge ergibt bei 30 Grad eine niedrige und bei 15 Grad eine hohe relative Feuchte.

Das erklärt eine Beobachtung, die viele irritiert: Wenn eine Klimaanlage die Luft abkühlt, steigt die relative Feuchte zunächst, obwohl kein Wasser hinzugekommen ist.

Der Taupunkt

Kühlt Luft weiter ab, erreicht sie irgendwann den Punkt, an dem sie voll ist, also hundert Prozent relative Feuchte. Diese Temperatur heißt Taupunkt. Kühlt es darunter, kann die Luft das Wasser nicht mehr halten, und es schlägt sich als Kondensat nieder.

Genau das passiert am kalten Glas, an der kalten Kellerwand und am Verdampfer Ihrer Klimaanlage. Es ist immer derselbe Vorgang.

Was das für die Klimaanlage bedeutet

Der Verdampfer im Innengerät ist kälter als der Taupunkt der Raumluft. Deshalb fällt dort Wasser aus, mehrere Liter an einem schwülen Tag. Das ist kein Defekt, sondern der Grund, warum eine Klimaanlage nebenbei entfeuchtet, siehe Kondensat und Leitungen.

Im Heizbetrieb kehrt sich das um. Dann ist das Außengerät der kalte Teil, und dort fällt das Wasser an, siehe Heizen bei Minusgraden.

Und es erklärt den muffigen Geruch: Bleibt der feuchte Verdampfer nach dem Abschalten nass, entsteht ein Milieu für Mikroorganismen. Deshalb der Trocknungslauf, siehe Geruch und Schimmel.

Der Sommerkeller

Warme Sommerluft trägt viel Wasser. Strömt sie in einen Keller mit 15 Grad Wandtemperatur, kühlt sie an den Wänden ab und unterschreitet dort den Taupunkt. Das Wasser schlägt sich an der Wand nieder.

Wer im Sommer tagsüber lüftet, bringt also Feuchtigkeit hinein statt sie hinauszuschaffen. Richtig ist das Lüften in den kühlen Morgenstunden, siehe Luftentfeuchter richtig nutzen.

Was ein angenehmer Bereich ist

Als unproblematisch gilt eine relative Luftfeuchte zwischen etwa 40 und 60 Prozent. Darunter trocknen Schleimhäute eher aus, darüber steigt das Risiko für Schimmel und die Luft wird als schwül empfunden.

Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt Ihnen, wo Sie stehen, und beantwortet die Frage, ob Sie ein Temperatur- oder ein Feuchteproblem haben. Das ist die wichtigste Weiche vor jedem Gerätekauf, siehe Luftreiniger oder Klimaanlage.

Warum Entfeuchten das Empfinden verbessert

Der Körper kühlt sich über Verdunstung. Ist die Luft schon fast gesättigt, verdunstet Schweiß langsamer, und dieselbe Temperatur fühlt sich drückender an. Deshalb wirkt der Entfeuchtungsmodus einer Klimaanlage an schwülen Tagen oft angenehmer als tiefes Herunterkühlen, und er verbraucht dabei weniger Strom, siehe Klimaanlage richtig einstellen.

Klima-Insider Redaktion

Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was ist der Taupunkt?

Die Temperatur, bei der Luft ihre maximale Wasseraufnahme erreicht, also hundert Prozent relative Feuchte. Kühlt sie darunter, schlägt sich Wasser als Kondensat nieder. Das passiert am kalten Glas, an der Kellerwand und am Verdampfer der Klimaanlage.

Warum steigt die Luftfeuchte, wenn ich kühle?

Weil die relative Luftfeuchte angibt, wie voll die Luft im Verhältnis zu ihrem Maximum ist, und dieses Maximum mit sinkender Temperatur kleiner wird. Dieselbe Wassermenge ergibt in kühlerer Luft eine höhere relative Feuchte.

Warum wird der Keller im Sommer feuchter, wenn ich lüfte?

Weil warme Sommerluft viel Wasser trägt und an den kühlen Kellerwänden unter den Taupunkt abkühlt. Das Wasser schlägt sich dort nieder. Richtig ist das Lüften in den kühlen Morgenstunden.

Welche Luftfeuchte ist angenehm?

Als unproblematisch gilt ein Bereich von etwa 40 bis 60 Prozent relativer Feuchte. Darunter trocknen Schleimhäute eher aus, darüber steigt das Schimmelrisiko und die Luft wird als schwül empfunden.

Warum hilft Entfeuchten gegen Schwüle?

Weil der Körper sich über Verdunstung kühlt. Ist die Luft fast gesättigt, verdunstet Schweiß langsamer und dieselbe Temperatur fühlt sich drückender an. Der Entfeuchtungsmodus wirkt deshalb oft angenehmer als tiefes Kühlen und verbraucht weniger Strom.