
Die kurze Antwort: Die meisten Folgeschäden entstehen nicht am Gerät, sondern durch Wasser. Ein Kondensatschlauch braucht durchgehendes Gefälle ohne Durchhang, die Ablaufstelle draußen gehört bewusst gewählt, und beide Kältemittelleitungen müssen lückenlos isoliert sein.
Bei Klimaanlagen gehen die meisten Schäden nicht vom Gerät aus, sondern vom Wasser. Kondensat ist unspektakulär, fällt aber in erheblichen Mengen an, und wenn es den falschen Weg nimmt, wird es teuer.
Wie viel Wasser wirklich anfällt
Beim Kühlen wird Raumluft unter den Taupunkt abgekühlt, dabei fällt Wasser am Verdampfer aus. An einem schwülen Sommertag kommen so mehrere Liter pro Tag zusammen, in feuchten Räumen auch mehr.
Im Heizbetrieb kehrt sich das um: Dann entsteht das Wasser am Außengerät, vor allem beim Abtauen. Auch dort sind es an kalten, feuchten Tagen mehrere Liter, siehe Heizen bei Minusgraden.
Der Ablauf mit Gefälle
Der Normalfall ist die Schwerkraft. Vom Innengerät führt ein Schlauch mit durchgehendem Gefälle nach draußen, meist durch dieselbe Wandöffnung wie die Kältemittelleitung. Wichtig ist das Wort durchgehend: Ein einziger Gegenanstieg oder ein Durchhang reicht, damit Wasser stehen bleibt.
Stehendes Wasser im Schlauch ist die häufigste Ursache für zwei Probleme: Es tropft aus dem Innengerät, weil die Wanne überläuft, und es riecht, weil sich im stehenden Wasser Biofilm bildet.
Auch die Wandöffnung selbst sollte leicht nach außen geneigt sein, damit Wasser nach draußen läuft und nicht in die Wand.
Wenn kein Gefälle möglich ist
Dann kommt eine Kondensatpumpe zum Einsatz. Sie fördert das Wasser nach oben und ermöglicht Positionen, die sonst ausscheiden, etwa im Keller oder an einer Innenwand.
Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens ist eine Pumpe ein hörbares Bauteil, das im Betrieb gelegentlich anspringt. Im Schlafzimmer kann das stören. Zweitens ist sie ein Verschleißteil, das ausfallen kann, und dann läuft das Wasser dorthin, wo es nicht hinsoll.
Wenn eine Pumpe im Angebot steht, fragen Sie nach, warum sie nötig ist. Manchmal lässt sich mit einer leicht anderen Position des Innengeräts ein natürliches Gefälle herstellen, und das ist die wartungsärmere Lösung. Was sonst in ein vollständiges Angebot gehört, steht unter Angebote richtig vergleichen.
Wohin das Wasser draußen läuft
Das wird erstaunlich oft dem Zufall überlassen. Ungünstig sind Gehwege und Zufahrten, weil es im Winter gefriert, Hauswände, weil dauerhafte Durchfeuchtung Schäden verursacht, und Terrassenflächen, wo sich Algen bilden.
Besser ist eine Versickerung im Beet, ein Kiesbett oder ein geführter Ablauf. Klären Sie vorab, ob eine Einleitung in die Regenwasserleitung bei Ihnen zulässig ist, das regeln die Kommunen unterschiedlich.
Die Kältemittelleitung
Sie besteht aus zwei Kupferrohren, die an beiden Enden aufgeweitet und verschraubt werden. Diese Bördelverbindungen sind die häufigste Stelle für schleichende Undichtigkeiten, wenn sie unsauber ausgeführt sind.
Beide Rohre gehören vollständig isoliert, und zwar lückenlos bis in die Geräte hinein. Wo Isolierung fehlt, kondensiert Wasser am kalten Rohr und tropft an unerwarteter Stelle. Im Freien muss die Isolierung zusätzlich UV-beständig sein oder abgedeckt werden, sonst wird sie spröde.
Die Leitungslänge ist ebenfalls kein Nebenthema: Lange Wege mindern die Effizienz, und ab einer bestimmten Länge muss Kältemittel nachgefüllt werden. Das gehört in das Angebot, nicht in die Schlussrechnung.
Woran Sie saubere Arbeit erkennen
- Kondensatschlauch mit durchgehendem Gefälle, ohne Durchhang
- Wandöffnung leicht nach außen geneigt und abgedichtet
- Ablaufstelle draußen bewusst gewählt, nicht auf Gehweg oder Hauswand
- Beide Kältemittelleitungen lückenlos isoliert, im Freien UV-beständig
- Leitungslänge und eventuelle Nachfüllmenge im Angebot benannt
- Pumpe nur dort, wo Gefälle wirklich nicht geht
Was Sie selbst prüfen können
Schauen Sie im Sommer gelegentlich nach, ob am Ablauf draußen tatsächlich Wasser austritt, während die Anlage kühlt. Kommt nichts, obwohl das Gerät läuft, stimmt etwas nicht. Und achten Sie auf Feuchtigkeitsspuren an der Wand unterhalb des Innengeräts. Beides sind Frühwarnzeichen, die sich billig beheben lassen, solange sie früh auffallen. Tropft es bereits ins Zimmer, steht die Suche nach der Ursache unter Klimaanlage tropft.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
Wer das macht: Kondensatführung, Isolierung und die Kältemittelleitungen gehören zur Montage durch den Fachbetrieb; Arbeiten am Kältekreis sind nach der F-Gase-Verordnung zertifizierten Betrieben vorbehalten. Dieser Beitrag beschreibt, woran Sie eine saubere Ausführung erkennen, und ist keine Montageanleitung.
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