
Die kurze Antwort: Vergleichen Sie nicht Preise, sondern Umfang. Die Unterschiede zwischen zwei Angeboten stecken fast immer im Elektroanschluss, in der Leitungslänge, in der Kondensatpumpe oder darin, ob Inbetriebnahme und Dichtheitsprüfung enthalten sind. Zwei bis drei Angebote reichen, wenn alle dieselben Angaben bekommen.
Der Gerätepreis lässt sich in fünf Minuten vergleichen. Der Montagepreis nicht, und genau dort entstehen die Unterschiede von tausend Euro und mehr zwischen zwei Angeboten für dieselbe Anlage.
Das liegt selten daran, dass ein Betrieb überteuert ist. Meist liegt es daran, dass die Angebote nicht dasselbe enthalten.
Die Zertifizierung ist keine Formalie
Fest installierte Splitgeräte enthalten Kältemittel. Arbeiten am Kältekreis, also Vakuumieren, Befüllen, Dichtheitsprüfung und Inbetriebnahme, dürfen nur zertifizierte Betriebe ausführen. Das ergibt sich aus der F-Gase-Verordnung.
Fragen Sie danach, bevor Sie einen Termin vereinbaren. Ein seriöser Betrieb nennt seine Zertifizierung ohne Zögern. Wer ausweicht oder erklärt, das brauche man heute nicht mehr, ist raus.
Ohne Vorbesichtigung kein belastbares Angebot
Ein Angebot, das rein telefonisch oder über ein Webformular zustande kommt, ist eine Schätzung. Leitungswege, Wandaufbau, Standort des Außengeräts und Kondensatführung lassen sich nicht aus der Ferne beurteilen.
Betriebe, die vorab kommen, kalkulieren genauer, und Sie bekommen seltener Nachträge. Wenn ein Betrieb eine Pauschale ohne Besichtigung nennt, fragen Sie ausdrücklich, was passiert, wenn vor Ort mehr Aufwand entsteht.
Was in ein vollständiges Angebot gehört
Das ist die eigentliche Vergleichsgrundlage. Prüfen Sie jedes Angebot auf diese Punkte:
- Gerät mit Typenbezeichnung, Kühlleistung in kW und, wenn geheizt werden soll, auch die Heizleistung
- Leistungsklasse passend zur Kühllast, nicht zur nächstgrößeren Rundung
- Wanddurchbruch einschließlich Abdichtung und Innenverkleidung
- Länge der Kältemittelleitung und ob eine Nachfüllmenge Kältemittel eingerechnet ist
- Befestigung des Außengeräts, also Konsole oder Bodenrahmen samt Schwingungsdämpfern
- Kondensatführung mit Gefälle oder Pumpe
- Elektroanschluss, gegebenenfalls eigene abgesicherte Zuleitung
- Vakuumieren, Dichtheitsprüfung und Inbetriebnahme mit Protokoll
- Einweisung und Übergabe der Unterlagen
- Entsorgung von Verpackung und Verschnitt
Wenn zwei Angebote weit auseinanderliegen, finden Sie die Differenz fast immer in dieser Liste, meistens bei Elektroanschluss, Leitungslänge oder Kondensatpumpe.
Drei Fragen, die viel verraten
Wie kommen Sie auf diese Leistungsklasse? Eine gute Antwort nennt Raumgröße, Ausrichtung, Fensterflächen und Dämmung. Eine schlechte lautet, das nehme man immer so. Wer selbst vorgerechnet hat, merkt den Unterschied sofort. Rechnen Sie vorher mit unserem Kühllast-Rechner, dann können Sie gegenprüfen.
Wohin kommt das Außengerät und wie laut wird es an der Grundstücksgrenze? Ein Betrieb, der das ernst nimmt, spricht von selbst über Abstand, Aufstellrichtung und Nachtmodus. Das Thema ist im Nachbarrecht der häufigste Streitpunkt.
Was ist nicht enthalten? Diese Frage bringt oft mehr zutage als jede Positionsliste.
Wann Sie anfragen sollten
Nicht im Juli. Im Hochsommer sind Fachbetriebe ausgebucht, die Preise sind fester und die Termine liegen Wochen entfernt. Wer im Winter oder Frühjahr anfragt, bekommt mehr Aufmerksamkeit, oft bessere Konditionen und kann den Einbau in Ruhe planen.
Warnsignale
- Pauschalpreis ohne Besichtigung und ohne Positionen
- Keine Angabe zur Zertifizierung nach der F-Gase-Verordnung
- Drängen auf sofortige Unterschrift, befristete Rabatte
- Regelmäßiges Nachfüllen von Kältemittel als normale Wartung dargestellt
- Kein Protokoll zu Vakuumieren und Dichtheitsprüfung vorgesehen
- Barzahlung ohne Rechnung, damit entfällt auch jede Gewährleistung
Wie viele Angebote sinnvoll sind
Zwei bis drei reichen. Mehr bringt selten neue Erkenntnisse und kostet vor allem Ihre Zeit. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle Angebote denselben Umfang abbilden. Schicken Sie deshalb allen dieselben Angaben: Raumgröße, Ausrichtung, gewünschte Leistung, möglicher Standort des Außengeräts und ob geheizt werden soll.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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- Installation: was am Montagetag passiert
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