
Die kurze Antwort: Die Montage dauert meist ein bis zwei Tage. Der wichtigste Schritt ist das Vakuumieren, weil verbliebene Feuchtigkeit den Verdichter über Jahre zerstört. Verlangen Sie am Ende ein Inbetriebnahmeprotokoll mit Vakuumzeit, Dichtheitsprüfung und Kältemittelmenge.
Zwischen Auftrag und fertiger Anlage liegen meist ein bis zwei Arbeitstage. Was in dieser Zeit passiert, sollten Sie kennen, und zwar nicht aus Neugier, sondern weil Sie an drei Stellen mitentscheiden und an einer Stelle etwas verlangen sollten.
Vor dem Termin: die Vorbesichtigung
Ein belastbares Angebot entsteht vor Ort. Der Betrieb prüft, wo das Innengerät hängen kann, wo das Außengerät steht, wie die Leitung geführt wird und wohin das Kondensat abläuft. Dabei sollte auch die Kühllast Thema sein, nicht nur die Quadratmeterzahl.
Hier entscheiden Sie zum ersten Mal mit: beim Standort. Bringen Sie eigene Vorstellungen ein, besonders zu Zugluft im Innenraum und zur Lage des Außengeräts gegenüber Nachbarfenstern.
Schritt eins: Innengerät setzen
Zuerst wird die Montageplatte an der Wand ausgerichtet und befestigt. Sie muss waagerecht sitzen, sonst läuft das Kondensat nicht sauber ab. Dann folgt der Durchbruch nach außen, meist ein Loch von sechs bis acht Zentimetern, leicht nach außen geneigt, damit Wasser nach draußen läuft und nicht in die Wand.
Durch diese Öffnung gehen Kältemittelleitungen, Kondensatschlauch und Steuerleitung.
Wo die Platte hängt, ist an diesem Tag nicht mehr verhandelbar. Welche Position im Raum sinnvoll ist und welche Sie ablehnen sollten, klären Sie vorher: Wohin das Innengerät gehört.
Schritt zwei: Außengerät befestigen
Das Außengerät kommt auf eine Wandkonsole oder auf einen Bodenrahmen. Wichtig sind Schwingungsdämpfer, damit sich Vibrationen nicht als Körperschall über die Wand ins Haus übertragen. Ebenso wichtig ist freier Raum ringsum, damit die Abwärme abziehen kann.
Achten Sie darauf, dass das Gerät zugänglich bleibt. Wartung und Reinigung fallen jedes Jahr an, und ein Standort hinter dem Gartenhaus rächt sich.
Schritt drei: Leitungen verlegen und bördeln
Die Kupferleitungen werden abgelängt, gebogen und an beiden Enden aufgeweitet, das nennt sich Bördeln. Diese Verbindungen sind die häufigste Ursache für spätere Undichtigkeiten, wenn sie schlampig ausgeführt werden. Die Leitungen werden isoliert, damit an der kalten Seite kein Kondensat anfällt.
Schritt vier: Vakuumieren
Das ist der Arbeitsschritt, den Laien nicht kennen und der über die Lebensdauer entscheidet. Vor der Inbetriebnahme wird der gesamte Kreislauf mit einer Vakuumpumpe evakuiert. Damit werden Luft und vor allem Feuchtigkeit entfernt.
Bleibt Feuchtigkeit im System, bildet sie zusammen mit dem Kältemittel Säuren, die den Verdichter über Jahre zerstören. Eine Anlage, die nach drei Jahren stirbt, wurde häufig nicht ordentlich vakuumiert.
Das ist auch der Grund, warum das kein Heimwerkerprojekt ist: Neben dem Fachwissen braucht es Ausrüstung, und Arbeiten am Kältekreis sind nach der F-Gase-Verordnung ohnehin zertifizierten Betrieben vorbehalten.
Schritt fünf: Dichtheitsprüfung und Inbetriebnahme
Nach dem Vakuumieren wird geprüft, ob das Vakuum hält. Erst dann wird das Kältemittel freigegeben, bei längeren Leitungen gegebenenfalls mit Nachfüllmenge. Anschließend läuft die Anlage im Probebetrieb, dabei werden Drücke und Temperaturen gemessen.
Und hier ist der Punkt, an dem Sie etwas verlangen sollten: ein Protokoll. Darin gehören Vakuumzeit, Dichtheitsprüfung, Kältemittelmenge und die Messwerte der Inbetriebnahme. Das ist Ihr Nachweis im Garantiefall und die Grundlage für jede spätere Wartung.
Schritt sechs: Übergabe
Zum Abschluss gehören die Einweisung in die Bedienung, die Übergabe der Unterlagen und eine Erklärung, wie Sie die Filter reinigen und wo der Trocknungslauf sitzt. Fragen Sie ruhig nach, wenn etwas unklar bleibt, das spart später Anrufe.
Was Sie vorbereiten können
- Zugang schaffen: Möbel vor der Montagewand wegräumen, Weg zum Außengerät frei machen
- Staubschutz: Bei der Kernbohrung entsteht Staub, empfindliche Dinge abdecken
- Strom klären: Fragen Sie vorab, ob eine eigene abgesicherte Zuleitung nötig ist
- Genehmigung vorlegen: Falls Zustimmung von Vermieter oder Gemeinschaft nötig war, sollte sie vorliegen, siehe Recht und Genehmigung
- Nachbarn informieren: Kernbohrungen sind laut, ein kurzer Hinweis vorab erspart Ärger
Woran Sie gute Arbeit erkennen
Saubere Bördelverbindungen, vollständig isolierte Leitungen, ein waagerecht sitzendes Innengerät, ein Kondensatablauf mit Gefälle, Schwingungsdämpfer unter dem Außengerät und ein Protokoll in Ihrer Hand. Wenn diese sechs Punkte stimmen, wurde ordentlich gearbeitet.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
Weiterlesen
- Kaufberatung im Überblick: die Entscheidung Schritt für Schritt
- Angebote vergleichen: was in ein vollständiges Angebot gehört
- Kosten mit Montage: die einzelnen Posten im Detail
- Recht und Genehmigung: was vorher geklärt sein muss
- Warten und reinigen: was nach der Übergabe ansteht