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Neubau

Klimaanlage im Neubau planen

Stand: 16. September 2026Klima-Insider RedaktionLesezeit rund 6 Minuten

Technischer Bauplan mit Grundriss und Maßangaben
Im Neubau werden Leitungswege geplant, bevor verputzt wird. Später ist jede nachträgliche Leitung sichtbar.

Die kurze Antwort: Legen Sie Leerrohre und eine Zuleitung im Rohbau, auch wenn die Entscheidung noch offen ist. Das kostet wenig und erhält die Wahl. Wichtiger als jede Technik ist aber der sommerliche Wärmeschutz: Außenliegende Verschattung senkt die nötige Geräteklasse und die Betriebskosten gleichzeitig.

Beim Neubau haben Sie einen Vorteil, den Nachrüster nicht haben: Sie können Leitungen legen, bevor die Wände zu sind. Wer das verpasst, zahlt später für dieselbe Anlage deutlich mehr oder verzichtet auf den besten Standort.

Gleichzeitig gilt: Ein gut geplanter Neubau braucht oft weniger Kühlleistung, als man denkt.

Erst der sommerliche Wärmeschutz, dann die Technik

Ein Neubau ist dicht und gut gedämmt. Das hält im Winter die Wärme drinnen und im Sommer zunächst auch draußen. Zum Problem werden große Fensterflächen ohne wirksame Verschattung, weil die eingestrahlte Wärme dann nicht mehr abfließen kann.

Wer außenliegende Verschattung an Süd- und Westfenstern von Anfang an einplant, also Raffstores, Rollläden oder Markisen, braucht anschließend eine kleinere Anlage und zahlt im Betrieb weniger. Das ist die einzige Maßnahme, die Anschaffung und laufende Kosten gleichzeitig senkt. Was sonst hilft, steht unter Alternativen zur Klimaanlage.

Leerrohre sind die günstigste Versicherung

Selbst wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob eine Klimaanlage kommt: Leerrohre in der Rohbauphase kosten wenig und sparen später viel. Sie brauchen einen Weg vom vorgesehenen Standort des Innengeräts zum künftigen Standort des Außengeräts, ausreichend dimensioniert für Kältemittelleitungen, Kondensatschlauch und Steuerleitung.

Denken Sie dabei an mehr als einen Raum. Wenn später Schlafzimmer und Arbeitszimmer gekühlt werden sollen, brauchen Sie zwei Wege oder einen gemeinsamen Schacht.

Den Standort des Außengeräts früh festlegen

Im Neubau lässt sich der Standort frei wählen, und genau das sollte man nutzen. Günstig ist ein Platz mit freier Luftführung, nicht in der prallen Nachmittagssonne, mit Abstand zur Grundstücksgrenze und nicht auf ein Schlafzimmerfenster gerichtet, weder das eigene noch das der Nachbarn.

Planen Sie außerdem einen Sockel oder eine Konsole mit Schwingungsdämpfern ein und klären Sie, wohin das Kondensat im Heizbetrieb läuft. Die Einzelheiten stehen unter Standort des Außengeräts.

Elektrik gleich mitdenken

Eine eigene abgesicherte Zuleitung zum Außengerät ist im Rohbau eine Kleinigkeit und später ein Aufwand. Sprechen Sie das mit dem Elektroplaner ab, solange die Verteilung noch nicht steht.

Die Kühllast im Neubau realistisch ansetzen

Ein häufiger Fehler ist, die gute Dämmung mit geringem Kühlbedarf gleichzusetzen. Entscheidend ist der Wärmeeintrag durch die Fenster, und der ist in modernen Häusern mit bodentiefen Elementen oft erheblich.

Rechnen Sie deshalb jeden Raum konkret mit dem Kühllast-Rechner, mit ehrlicher Angabe der Ausrichtung. Für einen gut gedämmten Neubau setzen Sie den günstigen Dämmfaktor an, das senkt die nötige Leistung spürbar.

Ein oder mehrere Außengeräte?

Wenn ohnehin geplant wird, lässt sich beides sauber vorbereiten. Für zwei Räume sprechen Ausfallsicherheit und Teillastverhalten eher für getrennte Anlagen, ab drei Innengeräten wird eine Multisplit-Anlage wirtschaftlich interessanter. Die Abwägung steht unter Monosplit oder Multisplit.

Wichtig für den Neubau: Legen Sie die Leitungswege so, dass beide Varianten möglich bleiben, solange die Entscheidung nicht gefallen ist.

Wenn ohnehin eine Wärmepumpe geplant ist

Viele Neubauten bekommen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser. Sie ersetzt keine Klimaanlage, weil sie in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt kühlt. Umgekehrt ersetzt eine Splitanlage die Heizung nicht. Die Abgrenzung steht unter Luft-Luft oder Luft-Wasser.

Praktisch heißt das: Wenn Sie im Sommer wirklich kühlen wollen, planen Sie beides und stellen Sie zwei Außengeräte ein, oder Sie akzeptieren, dass die Kühlung über die Flächenheizung begrenzt bleibt.

Die Reihenfolge in der Bauphase

  1. Sommerlichen Wärmeschutz und Verschattung mit dem Planer festlegen
  2. Räume bestimmen, die später gekühlt werden sollen
  3. Standort des Außengeräts festlegen, mit Blick auf Nachbarn und Sonne
  4. Leerrohre und Elektro-Zuleitung im Rohbau einplanen
  5. Kühllast je Raum rechnen und erst dann Geräte auswählen

Klima-Insider Redaktion

Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Sollte ich beim Neubau Leerrohre für eine Klimaanlage legen?

Ja, auch wenn die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Leerrohre in der Rohbauphase kosten wenig, sparen später viel und erhalten die Wahl des besten Standorts. Planen Sie Wege für Kältemittelleitung, Kondensat und Steuerleitung ein.

Braucht ein gut gedämmter Neubau überhaupt Kühlung?

Manchmal ja. Gute Dämmung hält Wärme draußen, aber sie hält auch die Wärme drinnen, die über große Fenster eingestrahlt wurde. Entscheidend ist deshalb der sommerliche Wärmeschutz, vor allem außenliegende Verschattung an Süd- und Westfenstern.

Ersetzt die Wärmepumpe im Neubau die Klimaanlage?

In der Regel nicht. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt Heizung und Warmwasser und kühlt gar nicht oder nur sehr eingeschränkt über die Flächenheizung. Wer im Sommer wirklich kühlen will, plant zusätzlich eine Splitanlage ein.

Wie viele Außengeräte sollte ich einplanen?

Legen Sie die Leitungswege so, dass sowohl getrennte Anlagen als auch eine Multisplit-Lösung möglich bleiben. Bei zwei Räumen sprechen Ausfallsicherheit und Teillastverhalten eher für getrennte Anlagen, ab drei Innengeräten wird Multisplit interessanter.

Was gehört in die Elektroplanung?

Eine eigene abgesicherte Zuleitung zum Außengerät. Im Rohbau ist das eine Kleinigkeit, später ein spürbarer Aufwand. Sprechen Sie es mit dem Elektroplaner ab, solange die Verteilung noch nicht steht.