Redaktionell unabhängig, ohne eigenen Shop Werbung gekennzeichnet Stand September 2026
Wärmepumpe

Luft-Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Stand: 16. September 2026Klima-Insider RedaktionLesezeit rund 6 Minuten

Außeneinheit einer Wärmepumpe neben einer Klinkerfassade
Von außen sehen beide Systeme ähnlich aus. Der Unterschied liegt darin, woran die Wärme im Haus abgegeben wird.

Die kurze Antwort: Die Splitanlage ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Sie gibt Wärme direkt als Raumluft ab, kühlt im Sommer und macht kein Warmwasser. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt Heizkörper und Warmwasser und ersetzt den Kessel. Welche passt, hängt davon ab, womit Sie angefangen haben: Hitze im Sommer oder alte Heizung.

Der Begriff Wärmepumpe steht in Deutschland für zwei sehr verschiedene Geräte. Wer das nicht trennt, vergleicht Preise, die nichts miteinander zu tun haben, und wundert sich über Förderbedingungen, die nicht passen.

Beide arbeiten nach demselben Prinzip: Sie entziehen der Außenluft Wärme und geben sie drinnen ab. Der Unterschied liegt darin, wohin die Wärme geht.

Luft-Luft: Wärme geht in die Raumluft

Das ist die Splitanlage, die im Sommer kühlt und im Winter heizt. Das Innengerät bläst warme Luft direkt in den Raum. Es gibt keinen Wasserkreislauf, keine Heizkörper, keinen Speicher.

Vorteile: vergleichsweise günstig in der Anschaffung, in ein bis zwei Tagen montiert, kühlt im Sommer gleich mit, funktioniert raumweise ohne Eingriff in die vorhandene Heizung.

Grenzen: kein Warmwasser, Wärme nur im jeweiligen Raum, im tiefen Winter sinkende Leistung. Was das praktisch bedeutet, steht im Beitrag Mit der Klimaanlage heizen.

Luft-Wasser: Wärme geht in den Heizkreis

Das ist das Gerät, das umgangssprachlich gemeint ist, wenn von einer Wärmepumpe die Rede ist. Es erwärmt Heizungswasser und speist damit Heizkörper oder Fußbodenheizung. Meist bereitet es zusätzlich das Warmwasser.

Vorteile: kann eine bestehende Heizung vollständig ersetzen, versorgt das ganze Haus, macht Warmwasser, ist der Weg, den die Heizungsförderung im Kern adressiert.

Grenzen: deutlich höhere Investition, aufwendigere Installation mit Eingriff in die Haustechnik, Planung erforderlich, kühlt in der Regel nicht oder nur eingeschränkt.

Beide entziehen der Außenluft Wärme. Der Unterschied liegt darin, wohin die Wärme geht.
MerkmalLuft-Luft (Split)Luft-Wasser
Wärme gehtin die Raumluftin den Heizkreis
Kühlt im Sommerjameist nicht
Warmwasserneinmeist ja
Ersetzt den Kesselnein, wirkt raumweiseja, ganzes Haus
Montageein bis zwei Tageaufwendig, mit Planung
Anschaffungvergleichsweise günstigdeutlich höher
Ziel der Heizungsförderungneinja

Die Entscheidung ist meist schon gefallen

In der Praxis stellt sich die Frage seltener, als man denkt, weil beide Geräte verschiedene Probleme lösen.

Wenn Ihr Ausgangspunkt war, dass es im Sommer zu heiß ist, und die Heizfunktion ein willkommener Zusatz wäre, dann suchen Sie eine Splitanlage. Wenn Ihr Ausgangspunkt eine alte Gas- oder Ölheizung ist, die ersetzt werden soll, dann suchen Sie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, und eine Splitanlage wäre die falsche Antwort.

Dazwischen gibt es einen dritten Fall: Das Haus hat eine funktionierende Heizung, aber einzelne Räume sollen gezielt und günstig warm werden, etwa das Homeoffice oder der Anbau. Dort ist die Splitanlage oft die wirtschaftlichere Lösung, weil sie ohne Eingriff in die Heizungsanlage auskommt.

Warum das für die Förderung entscheidend ist

Die Heizungsförderung setzt am Heizungssystem an. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die den Kessel ersetzt, ist dafür der Regelfall. Eine Luft-Luft-Anlage kann grundsätzlich in Betracht kommen, muss dafür aber nachweisen, dass sie tatsächlich als Heizung dient und die Heizlast deckt, und das Gerät muss gelistet sein.

Genau deshalb sind Werbeaussagen mit hohen Prozentzahlen mit Vorsicht zu lesen. Sie beziehen sich meist auf den Maximalfall bei einem Heizungstausch, nicht auf ein Splitgerät im Wohnzimmer. Die Bedingungen und die realistisch erreichbaren Beträge nehmen wir unter Förderung für Klimaanlagen auseinander.

Was beide gemeinsam haben

Beide enthalten Kältemittel und dürfen deshalb nur von zertifizierten Betrieben in Betrieb genommen werden. Beide brauchen ein Außengerät, und für beide gelten dieselben Regeln beim Lärmschutz gegenüber den Nachbarn. Und für beide gilt: In der Miet- oder Eigentumswohnung ist vorher die Frage der Zustimmung zu klären.

Kurz gegenübergestellt

  • Sie wollen kühlen und gelegentlich heizen: Splitanlage, also Luft-Luft.
  • Sie wollen die alte Heizung ersetzen: Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  • Sie wollen einzelne Räume günstig beheizen, Heizung bleibt: Splitanlage.
  • Sie brauchen Warmwasser aus dem Gerät: Luft-Wasser.
  • Sie wohnen zur Miete: in beiden Fällen zuerst die Zustimmung klären, in der Praxis kommt fast nur die Splitanlage infrage.

Klima-Insider Redaktion

Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was ist der Unterschied zwischen Luft-Luft und Luft-Wasser?

Beide entziehen der Außenluft Wärme. Die Luft-Luft-Wärmepumpe, also die Splitanlage, gibt sie direkt als warme Luft in den Raum ab. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt Heizungswasser für Heizkörper oder Fußbodenheizung und bereitet meist auch Warmwasser.

Kann eine Splitanlage meine Gasheizung ersetzen?

In den meisten Bestandsgebäuden nicht vollständig. Sie beheizt nur die Räume, in denen Innengeräte hängen, und bereitet kein Warmwasser. Für den vollständigen Ersatz einer Heizung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe das passende Gerät.

Welche Variante wird gefördert?

Die Heizungsförderung setzt am Heizungssystem an, weshalb die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Regelfall ist. Eine Luft-Luft-Anlage kann in Betracht kommen, muss aber nachweisen, dass sie als Heizung dient und die Heizlast deckt, und das Gerät muss gelistet sein. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor dem Antrag.

Kühlt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch?

In der Regel nicht oder nur eingeschränkt. Manche Systeme bieten eine sanfte Kühlung über die Flächenheizung an, die aber mit der Kühlleistung einer Splitanlage nicht vergleichbar ist. Wer im Sommer wirklich kühlen will, braucht ein Klimagerät.

Kann ich beides kombinieren?

Das kommt vor: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser, dazu eine Splitanlage für das Kühlen im Sommer. Das ist technisch unproblematisch, bedeutet aber zwei Außengeräte und zwei Investitionen.