
Die kurze Antwort: Rechnen Sie mit der Leistungsaufnahme, nicht mit der Kühlleistung. Bei 0,7 kW Aufnahme und 0,37 Euro je Kilowattstunde kostet eine Stunde rund 26 Cent, ein Sommer mit 300 Stunden etwa 78 Euro. Der größte Sparhebel ist die Zieltemperatur.
Die Frage kommt fast immer nach dem Kaufinteresse: Was kostet mich das im Betrieb? Die Antwort steht auf dem Typenschild, man muss nur wissen, welche der Zahlen dort gemeint ist. Und man muss sie von der Kühlleistung unterscheiden, was regelmäßig schiefgeht.
Zwei Zahlen, die man nicht verwechseln darf
Auf jedem Gerät stehen zwei Leistungsangaben in Kilowatt. Die eine ist die Kühlleistung, also wie viel Wärme das Gerät aus dem Raum schafft. Die andere ist die Leistungsaufnahme, also wie viel Strom es dafür zieht.
Ein typisches Splitgerät mit 2,5 kW Kühlleistung hat eine Leistungsaufnahme von etwa 0,6 bis 0,8 kW. Diese kleinere Zahl brauchen Sie für die Stromrechnung. Wer versehentlich mit der Kühlleistung rechnet, kommt auf das Drei- bis Vierfache und erschrickt grundlos.
Die Rechnung
Sie brauchen drei Angaben: die Leistungsaufnahme in Kilowatt, die Betriebsstunden und Ihren Strompreis je Kilowattstunde. Dann gilt:
Leistungsaufnahme mal Stunden mal Strompreis.
Ein Beispiel mit 0,7 kW Aufnahme und 0,37 Euro je Kilowattstunde, dem Haushaltsdurchschnitt nach der BDEW-Strompreisanalyse mit Stand August 2026: Eine Stunde kostet rund 26 Cent. Läuft das Gerät an einem heißen Tag acht Stunden, sind das etwa zwei Euro. Über einen Sommer mit 300 Betriebsstunden landen Sie bei etwa 74 Euro.
Diese Zahl ist eine Obergrenze, denn sie unterstellt Dauerbetrieb bei voller Leistungsaufnahme. In der Praxis läuft ein Inverter-Gerät die meiste Zeit in Teillast und zieht dann deutlich weniger.
Warum der SEER die Rechnung schönt und trotzdem stimmt
Der Effizienzwert SEER bildet genau diesen Teillastbetrieb ab. Wer stattdessen mit der maximalen Leistungsaufnahme rechnet, kommt auf einen zu hohen Wert. Beide Wege sind brauchbar, man muss nur wissen, was man tut: Mit der Leistungsaufnahme rechnen Sie konservativ, mit dem SEER realistischer.
Was die Werte im Einzelnen bedeuten, steht unter SEER und SCOP verstehen.
Was den Verbrauch tatsächlich treibt
- Die Zieltemperatur. Jedes Grad tiefer kostet spürbar. Der Unterschied zwischen 22 und 25 Grad ist über einen Sommer erheblich.
- Die Dichtheit des Raums. Ein gekipptes Fenster kann den Verbrauch verdoppeln, weil die Anlage gegen nachströmende Warmluft arbeitet.
- Die Verschattung. Unverschattete Südfenster erzeugen Wärme, die anschließend weggekühlt werden muss.
- Die Dimensionierung. Ein zu großes Gerät taktet, und häufiges Anlaufen ist ineffizient. Ein zu kleines läuft dauerhaft am Anschlag.
- Verschmutzte Filter. Sie bremsen den Luftstrom und erhöhen den Verbrauch bei sinkender Leistung.
Was Sie konkret sparen können
Der größte Hebel ist die Zieltemperatur. Statt auf 21 Grad herunterzukühlen, arbeiten die meisten Menschen bei 25 bis 26 Grad ebenso gut, und der Unterschied zur Außentemperatur bleibt gesundheitlich angenehmer.
Danach kommt die Verschattung, dann konsequentes Schließen von Fenstern und Türen während des Kühlbetriebs, dann die Filterreinigung. Der Entfeuchtungsmodus kann an schwülen Tagen mit weniger Strom für ein besseres Gefühl sorgen als tiefes Kühlen.
Ein Wort zu Nachtstrom und dynamischen Tarifen
Für das Kühlen ist der Nutzen begrenzt, weil der Bedarf am Nachmittag anfällt, wenn Strom eher teuer ist. Interessanter wird es, wenn Sie die Anlage im Winter zum Heizen nutzen, weil sich Heizlasten eher verschieben lassen. Ein dynamischer Tarif setzt außerdem ein intelligentes Messsystem voraus. Was das jährlich kostet und wann sich der Wechsel überhaupt rechnet, steht unter Stromtarif für die Klimaanlage.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen
Nehmen Sie Ihre letzte Stromrechnung und schauen Sie auf den Arbeitspreis je Kilowattstunde. Setzen Sie ihn in die Formel oben ein und schätzen Sie die Betriebsstunden ehrlich: An wie vielen Tagen läuft die Anlage wirklich, und wie lange? Das Ergebnis liegt bei den meisten Haushalten deutlich unter dem, was sie befürchtet hatten.
Welche Leistungsklasse für Ihren Raum überhaupt nötig ist, klärt vorab der Kühllast-Rechner, und was Anschaffung und Montage kosten, steht unter Kosten mit Montage.
Quellen
- BDEW-Strompreisanalyse, Stand August 2026: 37,0 Cent je Kilowattstunde im Haushaltsdurchschnitt. Abgerufen am 8. September 2026.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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