
Die kurze Antwort: Im Frühjahr und Herbst fährt die Zentralheizung für einen einzigen kühlen Raum das ganze Haus hoch. Genau dort spielt die Splitanlage ihre Stärke aus: Sie heizt gezielt einen Raum und arbeitet im milden Bereich besonders effizient. Wichtig ist, die Heizkörper dort abzudrehen.
Die meisten Haushalte stehen nicht vor der Frage, ob sie ihre Heizung ersetzen. Sie haben eine funktionierende Gas- oder Ölheizung und ärgern sich darüber, dass diese im Oktober für ein einziges kühles Zimmer das ganze Haus hochfährt. Genau dort liegt der praktische Nutzen einer Splitanlage.
Warum die Übergangszeit teuer ist
Eine Zentralheizung ist auf den kalten Winter ausgelegt. Läuft sie im Frühjahr oder Herbst für geringen Wärmebedarf, arbeitet sie weit unterhalb ihres günstigsten Bereichs. Dazu kommen Verteilverluste über Leitungen, die durch das ganze Haus führen, auch zu Räumen, die niemand braucht.
Eine Splitanlage heizt dagegen genau den Raum, in dem sie hängt, ohne Vorlauf und ohne Verteilung. Im milden Bereich um plus 5 bis plus 15 Grad arbeitet sie zudem besonders effizient, weil die Temperaturdifferenz klein ist.
Was das konkret bedeutet
Statt die Heizung Anfang Oktober einzuschalten, halten Sie zunächst nur die Räume warm, die genutzt werden, etwa Homeoffice und Wohnzimmer. Die Zentralheizung bleibt aus, bis es wirklich kalt wird. Dasselbe im Frühjahr, wenn man die Heizung eigentlich schon abschalten könnte, aber morgens noch friert.
Wie viel das kostet, rechnen Sie mit dem SCOP und Ihrem Strompreis nach. Bei einem SCOP von 4 und 0,37 Euro je Kilowattstunde liegt die Kilowattstunde Wärme rechnerisch bei etwa 9 Cent. Vergleichen Sie das mit dem Arbeitspreis auf Ihrer Gasrechnung, die Grundlagen stehen unter Mit der Klimaanlage heizen.
Welche Räume sich anbieten
- Homeoffice, weil dort tagsüber gearbeitet wird, während der Rest des Hauses leer steht
- Wohnzimmer, der Raum mit der längsten Nutzungsdauer am Abend
- Anbau oder Wintergarten, oft schlecht an den Heizkreis angebunden
- Dachgeschoss, das ohnehin eine Klimaanlage zum Kühlen bekommt, siehe Klimaanlage im Dachgeschoss
- Räume mit einzelnen kalten Ecken, für die sonst die ganze Anlage laufen müsste
Weniger geeignet sind Bad und Küche. Im Bad geht es um Strahlungswärme und schnelles Aufheizen, dafür ist ein Luftheizsystem weniger komfortabel.
Zwei Systeme, ein Haus: worauf achten
Stellen Sie die Heizkörper im betroffenen Raum herunter, wenn die Splitanlage läuft. Sonst arbeiten beide Systeme gegeneinander, und Sie zahlen doppelt. Bei Thermostatventilen genügt eine niedrige Stufe als Frostschutz.
Achten Sie außerdem darauf, dass die Splitanlage nicht gegen eine offene Tür zum kalten Flur arbeitet. Warme Luft verteilt sich nicht von allein durch das Haus, und was in den Flur zieht, heizen Sie faktisch mit.
Was das für die Förderung bedeutet
Eine Splitanlage als Ergänzung neben einer bestehenden fossilen Heizung fällt in aller Regel nicht in die Heizungsförderung, weil die am Ersatz des Wärmeerzeugers ansetzt. Wer mit hohen Prozentzahlen wirbt, meint einen anderen Fall.
Was tatsächlich in Betracht kommt und woran Anträge scheitern, haben wir unter Förderung für Klimaanlagen auseinandergenommen. Verbindlich ist die Auskunft der Förderstelle, nicht die Aussage eines Anbieters.
Die ehrliche Grenze
Diese Kombination ersetzt keine Sanierung und keine neue Heizung. Sie verschiebt lediglich einen Teil des Wärmebedarfs dorthin, wo er günstiger gedeckt werden kann. Wer eine alte Heizung tatsächlich ersetzen will, sucht ein anderes Gerät, siehe Luft-Luft oder Luft-Wasser.
Und der Nutzen hängt an Ihrer Ausgangslage: Wer ohnehin eine Klimaanlage zum Kühlen anschafft, bekommt den Heizbetrieb praktisch geschenkt. Wer nur für die Übergangszeit investieren würde, sollte vorher nachrechnen, ob sich das über die Lebensdauer trägt. Die Rechnung dazu steht unter Lohnt sich eine Klimaanlage.
Quellen
- BDEW-Strompreisanalyse, Stand August 2026: 37,0 Cent je Kilowattstunde im Haushaltsdurchschnitt. Abgerufen am 15. September 2026.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
Weiterlesen
- Heizen im Überblick: alle Beiträge zum Heizbetrieb
- Mit der Klimaanlage heizen: Grundlagen und SCOP
- Heizen bei Minusgraden: was im tiefen Winter passiert
- Förderung: warum die Ergänzung meist nicht förderfähig ist
- Lohnt sich das?: die Rechnung über die Lebensdauer