
Die kurze Antwort: Kühlbedarf und Solarertrag fallen beide auf sonnige Nachmittage, das passt gut zusammen. Nachts und im Heizbetrieb trägt die Kombination dagegen wenig. Rechnen Sie den eigenen Strom nicht mit null, er hat mindestens den Wert der entgangenen Einspeisevergütung.
Der Gedanke liegt nahe: Die Sonne, die den Raum aufheizt, produziert gleichzeitig den Strom, mit dem gekühlt wird. Tatsächlich passen Photovoltaik und Klimaanlage zeitlich gut zusammen, besser als die meisten anderen Haushaltsverbraucher.
Photovoltaik ist nicht unser Thema, deshalb beschränken wir uns auf die Schnittstelle: was das für den Betrieb der Klimaanlage bedeutet.
Warum die Kombination zeitlich passt
Der Kühlbedarf steigt an sonnigen Nachmittagen, also genau dann, wenn eine Anlage viel Strom liefert. Anders als bei einer Waschmaschine, die man verschieben kann, fällt der Bedarf ohnehin in diese Stunden.
Damit erreicht eine Klimaanlage vergleichsweise hohe Eigenverbrauchsanteile, ohne dass Sie Ihr Verhalten ändern müssen. Was eine Betriebsstunde kostet, rechnen Sie mit dem Verbrauch aus, siehe Stromverbrauch berechnen.
Wo es nicht passt
Zwei Fälle sollte man ehrlich benennen. Der erste ist die Nacht: Wer im Schlafzimmer kühlt, tut das dann, wenn die Anlage nichts liefert. Ohne Speicher kommt dieser Strom aus dem Netz.
Der zweite ist der Heizbetrieb. Im Winter ist der Wärmebedarf hoch und der Ertrag niedrig, siehe Heizen bei Minusgraden. Wer die Splitanlage vor allem zum Heizen nutzen will, sollte nicht mit hohem solarem Eigenverbrauch rechnen.
Was sich praktisch tun lässt
- Am Nachmittag vorkühlen, wenn Ertrag da ist, statt abends stark herunterzukühlen
- Moderate Zieltemperatur, damit der Bedarf überhaupt in die Ertragsstunden passt
- Verschattung nicht vernachlässigen, sonst kühlen Sie mit Solarstrom eine Wärme weg, die Sie hätten vermeiden können
- Wenn eine smarte Steuerung vorhanden ist, den Betrieb in die ertragsstarken Stunden legen
Was wir nicht behaupten
Eine Klimaanlage rechnet sich nicht dadurch, dass eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Der Strom ist nicht kostenlos, er hat einen Wert, nämlich mindestens die entgangene Einspeisevergütung. Wer die Wirtschaftlichkeit prüft, sollte mit diesem Wert rechnen und nicht mit null.
Ob sich die Anschaffung insgesamt lohnt, hängt weiterhin an der Zahl der Tage, an denen Sie tatsächlich kühlen. Die Rechnung dazu steht unter Lohnt sich eine Klimaanlage.
Und für die Auslegung ändert sich nichts: Die Geräteklasse ergibt sich aus dem Raum, nicht aus der Anlagengröße auf dem Dach. Rechnen Sie mit dem Kühllast-Rechner.
Klima-Insider Redaktion
Recherchiert und geschrieben von der Klima-Insider-Redaktion. Wir verkaufen keine Geräte und montieren nichts, deshalb können wir auch schreiben, wann sich eine Anlage nicht lohnt. Wie wir arbeiten und wo unsere Grenzen liegen, steht in der Methodik und unter Über uns.
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